Meine Philosophie

(ungeordnete) Gedanken zur Mensch-Tier Beziehung

Ein ähnlicher Text speziell zum Thema "Heimtierhaltung" war bereits auf degupate.de.vu zu finden. Da ich jedoch der Meinung bin, dass dieses Thema nicht oft genug angesprochen werden kann, möchte ich auch hier noch einmal meine Einstellung zum besten geben. Man kann sie teilen, man muß es natürlich aber nicht. Mit meinen Texten möchte ich in erster Linie zum Nachdenken anregen.

 

Ich möchte vorweg schicken, dass ich zu keiner Zeit Mitglied in einem Tierschutzverein bin oder war, noch bin ich eine militante Tierrechtlerin. Organisationen wie jene mit den vier großen Buchstaben z.B., die sich auch der Mitgliedschaft vieler Celebrities rühmt, sind mir zuwider. Zu meiner Einstellung bin ich ganz alleine, durch selbständiges Denken gelangt, ich brauche dazu keinen Obermufti, der mir die in der jeweiligen Organisation vorherrschende Denkrichtung infiltriert. Zumal das Ganze noch mit einer ordentlichen Portion Pathos vermischt wird. Das finde ich äußerst übel.

 

Auf der anderen Seite des Extrems haben wir dann aber den sogenannten Über-Mensch, der sich selbst als Krone der Schöpfung betrachtet und Tiere als minderwertige Kreaturen. Dabei meint es diese Art von Mensch oft gar nicht mal böse. Beispiele für solche Menschen finden wir überall. Egal ob Heim- oder Nutztierhaltung, wobei die Bindung zwischen Mensch und Tier in der Heimtierhaltung selbstverständlich etwas stärker ausgeprägt ist. Denn das Tier in der Heimtierhaltung übernimmt keine Aufgaben, außer putzig auszusehen und sich jederzeit streicheln und knuddeln zu lassen.Für die meisten sind Heimtiere demnach Tierchen zum Liebhaben, selbstredend, dass man sich dann auch um sie gut kümmert - so lange zumindest das Interesse für diese Tiere vorhanden ist, man keine "Allergie" gegen sie entwickelt, plötzlich in ein 10qm Kellerloch ziehen muß oder aus beruflichen Gründen 24 Stunden am Tag außer Haus ist...... (ich denke, die gewogene Leserschar weiß, was ich mit diesen Beispielen sagen möchte).

 

Solange das Interesse also (noch) vorhanden ist, werden die Tiere also "geachtet", geliebt und gepflegt. Trotzdem ist das Verständnis für die Bedürfnisse dieser Tiere doch sehr oft recht begrenzt. Häufig beginnt es damit, wenn das Tier krank wird. Handelt es sich um ein sehr kleines Tier - einen Hamster zum Beispiel - rechnen nicht wenige Menschen den Wert des Tieres gegen die Höhe der zu erwartenden Tierarztrechnung und kommen zu dem Schluß, dass es unterm Strich günstiger wäre, sich ein neues Tier zu kaufen, sollte das alte unbehandelt tragischerweise sterben.

 

Größere Heimtiere wie Hunde und Katzen haben es entgegen den wirklich kleinen Heimtieren wie Hamster, Vogel, Maus oder eben Degu noch richtig gut. Da sie auch oft einen höheren Anschaffungs- und Unterhaltungswert (im doppelten Sinne des Wortes) haben, werden sie mehr geachtet und gepflegt. Aber auch hier stellen wir fest: es ist in erster Linie der materielle Wert des Tieres, nicht der ideelle.

 

Es ist bedauerlich, dass Menschen so denken. Allein dieses engstirnige und selbstherrliche Verhalten degradiert sie eher als dass es sie zur "Krone der Schöpfung" aufwertet.

 

Vor geraumer Zeit war ich mal wieder in der Botanik unterwegs und stand plötzlich ca. 5 Meter von einem Feldhasen entfernt. Der Hase saß dort und schaute mich an. Den Blick des Hasens werde ich nie vergessen: in ihm spiegelte sich majestätischer aber dennoch natürlicher Stolz, Sanftmut, Güte, Neugierde, Vorsicht und Freundlichkeit zugleich wider. Eine absolut befremdliche, aber irgendwie zutiefst ergreifende Mischung, die ich bisher noch bei keinem Menschen in dieser Form gefunden habe.

 

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